Aus der Ratssitzung vom 10. Dezember 2013

 Herborn:  In der Ortsgemeinderatssitzung am 10. Dezember konnte Ortsbürgermeister Peter Remuta neben dem vollzählig erschienenen Ortsgemeinderat auch 4 Zuhörer begrüßen. Ebenfalls anwesend waren der Leiter des Forstamts Rhaunen, Herr Womelsdorf sowie der Büroleiter der Verbandsgemeinde Herrstein, Klaus Görg.

Notwendige naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen, die als Ausgleich für den beabsichtigen Bau der Windkraftanlagen in der Gemarkung Mörschied dienen, können auch auf der Gemarkung Herborn durchgeführt werden. Forstamtsleiter Womelsdorf gab zu diesem Tagesordnungspunkt die notwendigen Erläuterungen. Die Finanzierung und Pflege der für die Aufforstungsarbeiten in Betracht kommenden Flächen würden demnach von der Betreiberfirma übernommen werden.
Im Grundsatz stimmte der Rat für die Inanspruchnahme von gemeindeeigenen Flächen für die Kompensationsmaßnahmen. Jedoch will man, um nicht irgendwann in Konflikt mit eigenen Windkraftplänen zu kommen, die vorgeschlagene Ausgleichsfläche an der „Kreuzbuche“ nicht mit einbeziehen. Dafür soll eine alternative Fläche gesucht werden.
Der nächste Tagesordnungspunkt beinhaltete den Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines geplanten Nationalparks Hunsrück. Büroleiter Klaus Görg stand für Fragen rund um das Thema zur Verfügung und gab einen detaillierten Überblick über bisher eingegangenen Beschlüsse zum Eckpunktepapier der Landesregierung. Forstamtsleiter Womelsdorf erteilte Auskunft über zukünftige Holzwerbung und das von der Forstverwaltung erarbeitete Brennholzkonzept für die an den NLP grenzenden Gemeinden.  Die Versorgung der örtlichen Bevölkerung mit Brennholz ist demnach gesichert. Der Gemeindewald stehe ebenfalls wie bisher uneingeschränkt zur Verfügung.
OB Remuta fasste die schon seit Monaten in jeder Sitzung behandelten Themen bezüglich des geplanten NLP zusammen und meinte, dass die Vorteile und Chancen mit einem Nationalpark für die Gemeinde und die Region weitaus größer sind, als die Risiken. In der vorangegangenen Sitzung sahen sich die Mehrzahl der Ratsmitglieder nicht in der Lage eine Entscheidung pro oder kontra Nationalpark zu treffen. Man beschloss deshalb die Bürger zu fragen und es wurde zur Meinungsbildung  eine Bürgerbefragung durchgeführt, welche mit leider geringer Beteiligung der Einwohner stattgefunden hat. Es votierten von 83 Bürgern 45 für und 38 gegen einen NLP.
Vor der Beschlussfassung ging Ortschef Remuta nochmals sowohl auf die Kritikpunkte als auch auf die durchaus positiven Elemente eines geplanten Nationalparks ein. Insbesondere hob er hervor, den eigentlichen Sinn, den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten nicht aus den Augen zu verlieren.
Das Konzept biete aber auch für die Region eine große Chance. Mit gezielten Projektförderungen könnten notwendige Maßnahmen in Angriff genommen werden. Die damit verbundene Regionalentwicklung mache den Standort Hunsrück attraktiv für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Nationalpark könne sich zum Markenzeichenfür die Region entwickeln und die nachfolgenden Generationen wären uns dankbar für die heutige Entscheidung.
Die anschließende Abstimmung brachte dann ein überraschendes Ergebnis hervor. Der Rat setzte sich über das positive Bürgervotum hinweg und stimmte mit 7 Nein und 6 JA Stimmen gegen die Errichtung eines Nationalparks im Hunsrück.
 
Beim 4.Tagesordnungspunkt wurde auf Anregung der Anwohner die Einrichtung einer 30km/h Zone für die Straße „Am Simmer“ bei der Verbandsgemeinde-verwaltung beantragt. Jedoch sollten keine Blumenkübel oder ähnliches auf der Fahrbahn aufgestellt werden. Die Anwohner berichten, dass dort sehr oft zu schnell gefahren wird.
Ebenfalls aufgrund vielfacher Beschwerden und Anregungen seitens der Hauptstraßen - Anwohner halten auch die Ratsmitglieder eine Sperrung der Hauptstraße für den Schwerlastverkehr zur Eindämmung der Verkehrsbelästigung für vernünftig und auch leicht umsetzbar und bitten die Verwaltung in Herrstein um Unterstützung und Prüfung der Möglichkeiten für eine Sperrung.  
 
 
 
 
Ortsbürgermeister
Peter Remuta
 
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