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Leserbrief - „Für den Lkw-Verkehr sperren“

Frau Meyer hat sicher Recht mit ihrem Anliegen zur Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt Hintertiefenbach. Allerdings besteht diese Situation in ähnlicher Weise in vielen anderen Dorfgemeinden des Landkreises, so zum Beispiel auch in meinem Wohnort Herborn, sicher auch in den Nachbargemeinden Mörschied, Veitsrodt und Vollmersbach. In Herborn hat der rechtlich für diese Problematik an sich nicht zuständige Gemeinderat sich schon häufiger mit der starken Verkehrsbelastung der dortigen Hauptstraße, die den Durchgangsverkehr zu bewältigen hat, befasst. Es handelt sich um einen circa 2 Kilometer langen Straßenzug, an dem etwa 40 Prozent aller Herborner Haushalte angesiedelt sind, überwiegend Privathäuser neben einigen wenigen Gewerbebetrieben.

In den Spitzenzeiten morgens und abends wird die Straße von 400 bis 500 Fahrzeugen werktäglich pro Stunde benutzt, darunter viele Laster und viele deutlich mehr als 50 km/h fahrende Pkw. Der überörtliche Durchgangsverkehr in Richtung Rhaunen und in Idar-Oberstein könnte ohne weiteres auch die L 175 und die Fischbachtalstraße (beide praktisch ohne Ortsdurchfahrten) benutzen und so die Verkehrsbelastung reduzieren. Seit Monaten liegt der zuständigen Sachbearbeiterin der Kreisverwaltung ein Antrag des Gemeinderates vor, dem Lkw-Verkehr die Durchfahrt durch Herborn zu untersagen. Ein einige Jahre zuvor gestellter Antrag ist damals zurückgewiesen worden. Jetzt hört man, man stehe bei der Kreisverwaltung dem jetzigen Antrag eigentlich positiv gegenüber, sei aber überlastet.

Der Verbandsbürgermeister und der Landrat, denen das Problem bekannt sein müsste, halten sich stillschweigend zurück. Gleichzeitig kann man immer wieder lesen, die Dorfkerne und die Altbaubebauung – in Herborn handelt es sich bei der Hauptstraße hierum, ähnlich wie in Hintertiefenbach – müssten gestärkt und weiterentwickelt werden. Einige Bürger, die an der Hauptstraße in Herborn ihre Häuser haben, wollen wegen der Untätigkeit der genannten Verwaltungen jetzt eine Bürgerinitiative gründen, um endlich Fortschritte zu erzielen, wobei neben dem Lkw-Verbot auch an eine deutliche Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h für alle gedacht ist. Man sollte bei den politisch Verantwortlichen und den Verwaltungen zur Kenntnis nehmen, dass die Bürger mit der Handhabung dieser und manch anderer Probleme unzufrieden sind und es sich in diesem Fall durchaus nicht um ein vereinzeltes Problem sondern um ein solches handelt, dass in vielen Dörfern besteht. Es ist längst Zeit, hier Entscheidungen zu treffen und Fakten zu schaffen.

Martin Probson, Herborn

Nahe Zeitung vom Mittwoch, 28. Dezember 2016, Seite 22